Im deutschen Sprachgebrauch wird Tango mit dem europäisierten Tango gleichgesetzt. Er ist einer der fünf Standardtänze, Bestandteil des Welttanzprogramms und weltweit verbreitet. Tanz und Musik basieren auf dem 2/4-Takt. Die Geschwindigkeit der Musik, auf die auf Turnieren Tango getanzt wird, ist vom jeweiligen Land und Turnierverband abhängig. Generell gilt, dass Tango bei einer Geschwindigkeit von 31 bis 33 Takten pro Minute getanzt wird.
Tango wird als "feurig" und "leidenschaftlich" charakterisiert, häufig einher gehend mit Attributen wie "gewaltsam" und "aggressiv", was als leidenschaftlich sexuelle Gewalt – ähnlich der Verbindung von Lust und Schmerz beim Sex – ausgelegt wird. Ursache für die subjektive Empfindung der Gewalttätigkeit des Tango sind die abrupten Wechsel von Tempo und Bewegungsform: Lange, schleichende Gehschritte wechseln sich mit kurzen, zackigen Schritten, fließende mit abgehackten Bewegungen ab, das ruhige Dahingleiten der Oberkörper bildet einen Gegenpol zu den ruckarti-gen Drehungen der Köpfe. Ein besonderes Merkmal des Tangos ist seine gleichmäßige Schrittstruktur. Die Ober-körper bleiben während des Tanzes ruhig, alle Effekte werden nur aus der Körperhaltung des Paares zueinander erzeugt.
Im Gegensatz dazu wird der ursprüngliche Tango, der aus Uruguay und Argentinien stammt, trotz der heute viel stärkeren Verbreitung als Tango Argentino bezeichnet, wird mit Zärtlichkeit in Verbindung gebracht und hat im Gegensatz zu den genau festgelegten Figuren des Standardtanzes nur als Bühnentango eine festgelegte Choreo-graphie. Doch obwohl es sich im Kern um einen Improvisationstanz handelt, hat sich eine Vielzahl von festen Tanz-elementen heraus gebildet. Grundelemente des Tango Argentino sind einfaches Gehen, Stopps und Drehungen. Ein typisches Merkmal sind neben dem engen Kreuzen der Beine die so genannten "Ochos", bei denen die Füße der Tänzerin – wie der Name sagt – auf dem Boden eine Acht beschreiben. Weitere Element sind die Boleos (Bein-Haken in der Luft) und die Ganchos (Bein-Haken am Partner/der Partnerin), mit denen die Bewegunsrichtung schwungvoll geändert wird.
In der Praxis sehen Tango
und Tango Argentino
übrigens so aus.