Bei Olympischen Spielen und Welt- und Europameisterschaften werden Medaillen in insgesamt 14 Disziplinen vergeben. Dazu gehören Mannschaftswettbewerbe, Einzelmehrkämpfe und Wettkämpfe an jedem einzelnen Gerät. Im Wettkampf werden zwei Arten von Übungen unterschieden: die Pflicht und die Kür.
Für die Pflicht existiert seit dem 1. Januar 2007 im DTB ein neues Pflichtübungssystem, die sog. P-Übungen. Dabei muss der Turner eine vorgegebene Folge von Elementen zeigen. Dabei werden die P-Übungen in eine A-Variante für den Breitensport und eine B-Variante für den Leistungssport unterteilt. Bei der A-Variante werden an allen Geräten Übungen der Schwierigkeitsstufen P1-P9 angeboten. Diese werden u.a. auf Turnfesten geturnt. In der B-Variante existieren Übungen der Schwierigkeitsstufen P1-P11 mit Pflichtmusiken für die Turnerinnen am Boden. Diese Übungen werden i.d.R. jahrgangsabhängig geturnt. Dadurch soll erreicht werden, dass der Leistungs-Nachwuchs definierte und altersgerechte Leistungsziele erreicht.
Die Kürübungen werden bei Deutschen und Landsmeisterschaften, in der Bundes- und Regionalliga, sowie teilweise in den höchsten Ligen der Landesverbände nach dem seit 2006 gültigen Code de Pointage (CdP) geturnt. Dazu können die Übungen von den Turnen frei nach den Anforderungen des CdP zusammengestellt werden. Der Ausgangswert der Übungen setzt sich aus A- und B-Note zusammen, wobei die A-Note die Schwierigkeit der Übung bewertet und die B-Note die Ausführung. Im Detail heißt das, dass die B-Note die "alte" 10,0 ist, von der früher grundsätzlich aus-gegangen wurde, und die A-Note sich aus den neun schwierigsten Elementen (es gibt Elemente der Schwierigkeiten A [leicht] bis G [schwer]) plus dem Abgang addiert, so dass Spitzenturnerinnen derzeit Ausgangswerte von 15,0 bis 16,5 Punkten erreichen, von denen dann die "Fehler" abgezogen werden. Zusätzlich existiert noch die Kür Modifiziert (KM), als Nachfolger des Ende 2006 abgeschafften B-Stufen-Systems. Diese findet u.a. beim Deutschland-Cup und bei Seniorenmeisterschaften Anwendung.
Für die Frauen gibt es, sowohl in der Pflicht als auch in der Kür, vier Geräte: Sprung, Boden (diese beiden gibt es auch bei den Männern), Stufenbarren und Schwebebalken.